kurzbeschreibung
ehem. St. Wigbert, romanischer Turm mit gotischem Zinnenkranz, spätgotisches Langhaus und Chor 1400-15, Johann von Diepach; Ausstattung insb. qualitätvolle Grabmäler;
der Friedhof um die Kirche zählt zu den größten und besterhaltenen in Rheinhessen, Wegenetz des 19. Jh. und alter Baumbestand bewahrt, häufig noch die originalen, oft reichen Grabeinfriedungen vorhanden;
am Westabschnitt der mittelalterlichen Kirchhofmauer dreiteilige Gruppe spitzbogiger Nischen mit Giebeln; auf der Ostseite jetzt in neuer Aufstellung mehrere spätgotische, teils stark abgearbeitete Grabplatten mit Umschrift und meist mit Wappen, darunter: Ritter Johannes von Geispitzheim (†1354), Magister Johannes Erpp (†1501), eine Frau von Löwenstein (†1513) und Pfarrer Wolf von Limpurg (†1515), beide mit Ganzbildnis der Verstorbenen, sowie Agnes Walbott von Bassenheim (†1596); rechts des Kirchhoftors das spätbarocke Epitaph für Anna Maria Alsenz (†1768), bis auf die sehr ausführliche Inschrift stark verwittert;
unter den spätklassizistischen Grabmälern bemerkenswert: Catharina Elisabetha Wolf, verehelichte Pauli (†1837): wuchtiger, übergiebelter Pfeiler; Juliana Elisabetha Falk (†1841), mächtiger Säulenstumpf mit Draperie; Dr. Friedrich Ludwig Gieswein (†1839): übergiebelte Stele; Heinrich Scheuermann (†1851): feine Eckpilaster; Jacob Bastian (†1864): efeuumrankte Säule; Dr. J. Busch (†1866): gebrochene Grabsäule; ähnlich Kolb (um 1860), Philipp Wilhelm Odernheimer (†1866) und Carl Ludwig Fritschler (†1875); Johannes Mueller (†1870): eingezäunte Doppelanlage mit giebelbekrönten Grabsteinen; Martin Mohr (1788-1865): Bronzebüste über monumentalem Unterbau wohl des frühen 20. Jh.;
unter den gründerzeitlichen Steinen hervorzuheben: Friedrich Bernhard Weitzel (†1871): antikische Bekrönung; Anna Wilhelmine Hof geb. Hartmann (†1876): reiche neugotische Stele; J. Jacob Hof (†1876): identischer Typ; Heinrich Freund (†1876): Sandsteinstele; Franz-Joseph Biebesheimer (†1885): recht aufwendig, gotisierender Eisenzaun; Johann Ludwig Gräff (†1885): üppige Akroter-Bekrönung; Wendel Zerban (†1890): reich skulptiert; Johanna Kaibel, geb. Pauli (†1891): Aufsatz mit Blumenvase;
Philipp und Rudolf Ludwig (†1885 bzw. 1911), wuchtiger Granitobelisk; Henriette Maurer geb. Ritter (†1891): kunstvoller schmiedeeiserner Gitterzaun; Friedrich Alsenz (†1902): Kreuzbekrönung, schmuckvolle Einfriedung aus Eisen; Aaron und Selma Frank (1920er Jahre): hohe, gebrochene ionische Sandsteinsäule;
auf dem Vorplatz des Eingangs zum Kirchhof Kriegerdenkmal 1914/18, Pfeiler mit expressionistisch inspiriertem oberem Abschluss, späte 1920er Jahre; am Westrand des Beringes Kriegerdenkmal 1870/71, Obelisk mit Bronzefigur des Reichsadlers;
am Westtor barockes ehem. Küsterhaus (An der Burgkirche 20), 1787 erstellt, wohl nach 1844 umgebaut; gegenüber die ehem. ev. Schule (An der Burgkirche 15), doppelgeschossiger Bruchsteinbau, 1859