objektbeschreibung
Das NSG umschließt das Durchbruchstälchen des Hundsbachs zur Kyll durch einen Basaltlavastrom des sw. vom Gebiet liegenden jungtertiären Vulkans Kalem, der das unterdevonische Grundgebirge überdeckt und analog strukturierte benachbarte Talflanken des Kylltals. V.a. durch periglaziale Frostsprengungen des basaltischen Gesteins entstanden an den Talflanken mächtige, teils feinerdearme Blockschutthalden. Auf diesen Sonderstandorten , die kleinflächig seit der Eiszeit waldfrei sind, haben sich Moos- und teils krautreiche Gesellschaften der offenen Felsfluren und Felsschutthalden, eine spezielle Gebüsch-Pioniergesellschaft und die Eschen-Ahorn-Blockschuttwälder einen Wuchsort. Daneben sind Eichen-Hainbuchenwälder (teils als Niederwald), der naturnahe Hundsbach (teils mit Auwaldgürtel) und Felsabbrüche vorhanden. An der Südseite sind teils artenreiche, teils auch nur bedingt artenreiche landwirtschaftlich genutzte Grünlandflächen einbezogen, denen eine wichtige Pufferfunktion zukommt.
Bei dem NSG handelt es sich um eines der bedeutendsten Schutzgebiete in Rheinland-Pfalz, dessen Bedeutung einerseits in einem kleinräumigen Nebeneinander verschiedenster seltener Sonderstandorte in unterschiedlicher Exposition fußt als auch in dem Vorhandensein von Reliktstandorten von Arten und Vegetationselementen mit arktisch-alpinem Charakter. Spezielle Beachtung verdient diesbezüglich das Vorkommen des in einem kleinen Bereich von Mitteleuropa endemischen Sponheimer Steinbrechs, der aus der arktisch-alpin verbreiteten Saxifraga rosacea hervorgegangen ist und einer Insektenfauna ( nachgewiesen an Käfern) , die unterhalb der alpinen Zone ausschließlisch an Blockhalden mit Kaltluftströmungen gebunden sind. Molenda (2000) belegt diesbezüglich Vorkommen der Arten Leptusa simioni und Pterostichus negliens und bezeichnet das Gebiet als ein "Archiv von Faunenelementen vergangener Klimaperioden".
Das Gebiet ist eingebunden in ein lokal konzentriertes Netz an Inselbiotopen auf Blockhalden und ist weiterhin ein Element des regionalen Biotopverbundes entlang des Kylltals.