objektbeschreibung
"Mürmes"-Komplex zwischen der A 1 im NW und Ellscheid im SO
Der "Mürmes" liegt in einem vulkanischen Maarkessel, der durch rasche Verlandung bis zu 4 Meter mächtige Torfschichten bildete. Nach einer zwischenzeitlichen (ca. 1400-1800) Nutzung als Fischteich (oberster von drei ehemaligen Teichen) fiel die Fläche nach Zerstörung des Dammes trocken und wurde u.a. zum Torfstechen genutzt. Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich ein vielfältiges Mosaik von Grünlandflächen (frische bis nasse Wiesen und Weiden), Seggenrieden und Zwischenmoorflächen entwickelt, die durch verschiedene Gehölzstrukturen (Weidengebüsche im Morrbereich, Gebüsche und Baumgruppen außerhalb) gegliedert und strukturiert werden.
Der zentrale Moorbereich kann als Zwischenmoor angesehen werden, die Torfmächtigkeit ist hierbei unterschiedlich. Reste der ehemaligen Torfstiche sind noch zu erkennen. Die Fläche wird zunehmend von Gehölzen okkupiert.
Ein tlw. unterbrochener Ring aus Strauchweiden (Grau- und Öhrchenweide) umgibt diesen zentralen Bereich, oft undurchdringliche Gestrüppe bildend, in denen sich anstehendes Wasser lange hält.
Weiter zur Peripherie hin schließen sich unterschiedliche Grünlandgesellschaften und Seggenwiesen an. Je nach Wasserregime sind dies u.a. Blasenseggenrieder, Naßwiesen des Calthion-Verbandes, Feuchtwiesen und Wiesen mittlerer Standorte, je nach Nährstoffzufuhr sehr mager bis mäßig nährstoffreich. Diese Grünlandtypen frischer Standorte setzen sich auch außerhalb des NSG/FFH-Gebietes fort.
Weitere flächenmäßig zurücktretende Strukturen tragen zum naturschutzfachlichen Wert des Mürmes bei: Offene Grabenbereiche (im Nordteil mit einem Vorkommen des Efeublättrigen Hahnenfußes), Kleingewässer sowie Gehölze auf dem Damm im Südteil des Objektes, Baum- und Gebüschgruppen, sowie eine Strauchhecke.
Der Biotopkomplex ist aufgrund der Vorkommen von FFH-LRT international bedeutsam, die landesweite Bedeutsamkeit liegt in der Seltenheit, der Flächengröße, Artenvielfalt und der guten Strukturierung begründet.