Informationen zu INSPIRE Downloaddiensten

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Inhaltsverzeichnis

INSPIRE Downloaddienste

Einleitung

Im Rahmen des Aufbaus der Geodateninfrastrukturen der Bundesländer Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Saarland und Hessen ist das GeoPortal.rlp seit 9 Jahren sukzessive an die Bedürfnisse der Nutzer und Datenanbieter angepasst worden. Die Software hat sich in diesem Zeitraum zu einem Schweizer Messer für den Aufbau und Betrieb von Geodateninfrastrukturen entwickelt. Das Informationsmodell wurde an die Anforderungen der EU-INSPIRE Richtlinie angepasst und ermöglicht, seit Ende 2011 INSPIRE konforme Metadaten und Darstellungsdienste über den integrierten Service-/Metadatenproxy anzubieten. Der Umsetzungsplan der INSPIRE-Richtlinie sieht für 2012 die initiale Bereitstellung von Downloaddiensten vor. Hier stehen die von der Richtlinie betroffenen Institutionen derzeit vor großen Problemen.

Konkrete Anforderungen

Die Durchführungsbestimmungen zu den Downloaddiensten erlauben eine Umsetzung über zwei verschiedene Wege. Es können entweder s.g. pre-defined dataset oder direct access - download services verwendet werden. Die Realisierung der beiden Alternativen gestaltet sich jedoch nicht ganz einfach. Nach den im Juni veröffentlichten technischen Anleitungen für die Implementierung der Dienste gibt es praktisch nur zwei mögliche Vorgehensweisen zur Bereitstellung von Downloaddiensten:

  1. Aufsetzen eines WFS 2.0 (ISO-19142) und Veröffentlichung der zugehörigen Service-Metadatensätze inkl. der geforderten Kopplung zwischen Service- und Datenmetadatensätzen über einen Katalogdienst.
  2. Aufbau einer Fassade von ATOM Feed Dokumenten mit direkten Links auf die Datensätze oder Teile von Datensätzen.

Die erste Variante erfordert die Anschaffung und Inbetriebnahme von Software, die den OGC WFS 2.0 Standard unterstützt. Aufgrund der gegenüber dem WFS 1.1.0 erweiterten Funktionalitäten ist dessen Implementierung jedoch ungleich schwieriger. Es gibt auch seitens der OGC noch keinen Compliance Test für die Spezifikation und damit noch keine "konforme" Produkte. Die zweite, einfacher umzusetzende Alternative stellt die Abgabe in Form von "pre-defined datasets" dar. Hier müssen die Datensätze nur über http Links verfügbar sein. Der Datenanbieter muss jedoch, um die Anforderungen der Durchführungsbestimmungen zu erfüllen, zusätzlich drei XML Dokumente erstellen, die über Links und Identifikatoren miteinander in Beziehung stehen.

Ansatz für Rheinland-Pfalz

Im Rahmen der Umsetzung der INSPIRE Richtlinie für das Land Rheinland-Pfalz wurde jetzt ein Verfahren entwickelt, das die Datenanbieter in die Lage versetzt, INSPIRE konforme Downloaddienste dynamisch zu erzeugen. Das Verfahren nutzt bestehende WMS 1.1.1 sowie WFS 1.1.0 für Abgabe dynamischer Links auf Geodaten. Es basiert auf dem gleichen Prinzip, welches schon im letzten Jahr für die Bereitstellung der INSPIRE Darstellungsdienste genutzt wurde: Für die im Mapbender registrierten Dienste werden „on the fly“ Metadatensätze sowie INSPIRE-Capabilities Dokumente generiert. Diese erfüllen alle bisherigen Anforderungen der EU-Richtlinie und ermöglichen die Nutzung schon vorhandener Infrastrukturkomponeten. Die dezentralen Datenanbieter werden durch diese Vorgehensweise extrem entlastet. Für die von INSPIRE geforderte Umsetzung der komplexen Service-Daten-Metadatenkopplung wurde das Informationsmodell der zugrundeliegenden Software Mapbender2 um eine Metadatenkomponente erweitert. Diese extrahiert bei der Registrierung von Diensten automatisch die vorhandenen MetadataURL Tags, verfolgt die Ziele und cached die verlinkten Metadaten. Fehlt diese apriori vorhandene Kopplung, können wahlweise auch Metadaten zu WMS Layern und WFS Featuretypes in der Datenbank hinterlegt werden. Viele Metadatenelemente stammen direkt aus den Service Capabilities sowie der Mapbender Benutzerverwaltung. Das Management der Metadaten erfolgt redundanzfrei. Verweisen verschiedene Dienste auf den gleichen Metadatensatz, so werden nur die zugehörigen Relationen abgelegt.

Bereitstellungsvarianten

Bezogen auf die Bereitstellung von INSPIRE konformen Downloaddiensten, bietet das GeoPortal.rlp derzeit drei verschiedene Möglichkeiten ("pre-defined dataset" Variante):

  1. URL auf den Datensatz ist im WMS Capabilities Dokument als DataURL Tag enthalten. Anwendungsfälle: Große Vektordatensätze, kleine bis mittelgroße Rasterdaten.
  2. Ein WMS 1.1.1 wird als Datenquelle verwendet. Anwendungsfälle: Kleine bis mittelgroße Rasterdatenbestände (z.B. bis 20.000 Kacheln a 5000px x 5000px).
  3. Ein WFS 1.1.0 (eingeschränkt auch WFS 1.0) wird als Datenquelle verwendet. Anwendungsfälle: Kleine bis mittelgroße Vektordatenbestände (< 100.000 Objekte).
  4. URL auf den Datensatz ist im Daten-Metadatensatz enthalten. Anwendungsfälle: Alle über eine einfache URL verfügbaren Daten.

Für den Fall der Abgabe großer Rasterdaten gibt es derzeit noch keine näheren Vorgaben.

Möglichkeiten für Tests von Downloaddiensten

INSPIRE Proxy

  1. INSPIRE Webservice/Metadaten Testplattform

GDI-DE Testsuite

  1. http://testsuite.gdi-de.org

Geonovum - Desktop Software

  1. Infos zur Testsuite von geonovum

Beispiele

Rheinland-Pfalz

  1. Naturschutzgebiete
  2. FFH Gebiete
  3. Vogelschutzgebiete
  4. Test für Rasterdaten
  5. Mitfahrerparkplätze
  6. Erdbebenzonen
  7. Erdebebenmessstationen
  8. Erdbeben-Untergrundklassen
  9. Erdbebenereignisse - noch ein kleines Problem mit FILTER

Bayern

Verwaltungsgrenzen


MDI-DE

Seehundbestände

Hessen

Verwaltungsgrenzen

Andere europäische Länder

  1. Niederlande 1
  2. Niederlande 2
  3. Österreich
  4. Irland
  5. Schweden

Weitere Entwicklung

Bisher gibt es noch keine praktikablen Möglichkeiten zur Abgabe umfangreicher Rasterdatenbestände (z.B. die Orthofotos eines gesamten Bundeslandes). Die Experten auf europäischer Ebene (IOC-Task Force) werden aber zeitnah Lösungen, wahrscheinlich auf Basis von WCS, erarbeiten und Handlungsempfehlungen hierzu veröffentlichen. Der AK Geodienste der GDI-DE ist ebenfalls dabei konkrete Handlungsempfehlungen für die Umsetzung von INSPIRE Downloaddiensten in Deutschland zu erstellen. Diese werden Ende Oktober bis Anfang November 2012 vorliegen.

Clients

Neben den Serverkomponenten, die im Falle des GeoPortal.rlp vom Mapbender generiert werden, gibt es auch schon prototypische Clients zur Nutzung von INSPIRE Downloaddiensten. Ein Desktop Client wurde von Jürgen Weichand entwickelt und steht als QGIS Plugin zur Verfügung. Im GeoPortal.rlp existiert ein webbasierter "pre-defined dataset" Client der auch genutzt werden kann um eigene Feeds zu testen.

  1. HTML Client im GeoPortal.rlp
  2. QGIS Plugin

Weiterführende Informationen

  1. Handlungsempfehlungen GDI-DE
  2. Homepage Jürgen Weichand
  3. INSPIRE Implementing Rule Network Services
  4. INSPIRE Technical Guidance INSPIRE View Services
  5. Handlungsempfehlungen zu INSPIRE Darstellungsdiensten
  6. INSPIRE Technical Guidance Download Services
  7. Workshop Download Services Rheinland-Pfalz (Juni 2012)
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